Kleine Nettigkeiten von Rolf Bossart

In seinem Schlusswort der neusten «Neuen Wege» beschäftigt sich Rolf auch mit den «echten» Liberalen. Da ich durch die Notwendigkeiten und Bedrängnisse der Zeit selber zu einem solchen mutiere, las ich mit Interesse und sich in Einübung befindendem gutmütigem Lachen. Nun ist Rolf jünger als ich, darf in diesem Alter auch noch etwas links sein, doch, was er uns/mir da zumutet, geht dann doch zu weit. Nicht dürftig, sondern etwas gar eingefahren und die alten seit 1989 zerfallenden Schützengräben museal erhaltend schreibt er da:
«Zwar sind unter den gegenwärtigen Verhältnissen die sogenannten echten Liberalen eine Art reale Protestbewegung, aber sie sind gleichzeitig eben auch nur die etwas souveräneren und angstloseren VertreterInnen der selben Gesellschaftsordnung, die im Bedrohungsfall zu Repression bis hin zum Faschismus neigt.»
Aber, aber, kann ich nur sagen. So viel ideologische Steinzeit im wachen Gehirn eines engagierten Theologen. So viel schon fast etwas bösartiges Verkennen der neuen Grenzlinien, die durch die westliche Gesellschaft laufen. So viel Verdrängen, dass es die Liberalen sind, die die heissen Kastanien der Respektierung von Menschenwürde und -rechten aus dem neofaschistisch lodernden Feuerchen holen.
Meinen Sie, ich sei zu böse zu ihm? Nein, denn wenn ich zum Schluss lesen muss, dass «die Vernünftigkeit der echten Liberalen alle Utopie im Keime erstickt», dann bin ich betupft und unkantisch beleidigt!

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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