Gestern dann aber der Dämpfer an der Sitzung des KVR. Die Rätinnen und Räte ermahnten mich ernsthaft, dass eine solche Art von Neujahrspredigt etliche Leute erzürne. Meine Reaktion war nochmals die, dass ich sagte, dass ich vor meinem Gewissen gar nicht anders konnte, als so zu reagieren, und dass ich dies ja moderat tat (wer hier mitliest, weiss die Aussage wohl zu werten).
Was hätte es denn zum Start 2010 in einer Schweizer Pfarrei und Schweizer Kirche aus christlich-kirchlicher Sicht anderes wirklich Wesentliches zu sagen gegeben? Mildes und liebes Säuseln, Wegschauen und unangenehm berührt Schweigen, oder gar die Fahne nach dem neuen Mehrheits-Wind hängen? Für mich haben christliche Predigerinnen und Prediger keine Legitimation, wenn sie zu wesentlichen gesellschaftlich-ethischen Themen schweigen. Denn gerade für uns gilt: Wer schweigt, stimmt zu.
Natürlich haben wir es heute 2010 viel viel besser als unsere Vorgänger/innen etwa in den Jahren 33 bis 45 in Deutschland oder bis heute in Latein- und Südamerika. Unsere Köpfe rollen höchstens in wertendem Sinne.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant