Wieder einmal möchte ich gerne Klaus-Peter Jörns zitieren, einen dieser «hellsichtigen» Theologen/innen, von denen es viel zu wenige gibt neben all den düster-medioeven katholikalen und evangelikalen Predigern. Natürlich werde ich dann wieder getadelt werden, weil Jörns (so die düstere Fraktion) kein «Rechtgläubiger» sei. Ich nehme den Tadel gerne auf mich!
Also: Im aktuellen Publik-Forum-Extra zum Thema Weihnachten findet sich auf den Seiten 29 bis 31 ein neues Interview mit Jörns. Zunächst wiederholt er seine schon bekannte These von der falschen Deutung der Hinrichtung Jesu als Sühnetod. Er stellt dieser These dann die Forderung nach einer «weihnachtlicheren», mehr dem Menschen zugeneigten, Theologie entgegen: Der «zur Welt kommende» Gott als Zentrum der Theologie, die «Inkarnation» als Heilsereignis.
Langsam wird der Jörn’sche Ansatz klarer, ausgereifter. Langsam wird er mir auch sympathischer. Nicht nur gegen alte Theologie kämpfen, die in einem liberal-aufgeklärten Denken vom Menschen schon seit gut 200 Jahren doch schon längst überwunden ist, sondern neue Theologie (nach Fox und seiner Grundlegung) denken. Gut so! Jörns etwa (s.30): «Dieser neue Heilandstyp, der auf die Seite der Menschen tritt, der ihre Leiden ernst nimmt und heilt, hat das Gottes- und das Messiasverständnis grundlegend geändert».
Jesus aus Nazareth als DER Prophet einer neuen Sicht Gottes und des Menschen, weil diese Sicht in ihm selber lebendige Wirklichkeit wahr. Weihnachten also nichts nur für Kinder, sondern erst recht für uns Denkende und Suchende.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant