Ja-Anteil hängt mit Bildungsgrad zusammen

Heute ein Artikel in unserem Tagblatt. In der Region St.Gallen hat als einzige Gemeinde das Appenzeller Dorf Trogen die Initiative abgelehnt. Trogen hat eine spezielle Bevölkerungszusammensetzung. «Studierte» und «Künstler» würden dort wohnen, so poltern die SVP-Gewerbler am Stammtisch bei ihren Bieren, und diese (nicht die Biere!) hätten eben Nein gestimmt. Auch würden sie nicht in die Beizen kommen, die Bösen.
Also:
a) In so eine Beiz würde ich nie gehen. Wo der faschistisch-populistische Mief über dem Bierduft schwebt und Nostalgiker immer noch davon träumen, den Raum frisch verqualmen zu dürfen, da hat der freie und offene Geist keinen Platz. Und zu späterer Stunde müsste man(n) noch damit rechnen, verprügelt zu werden. Denn das wird Jung-Lukas, angefeuert vom gebräunten Ulrich, auch noch via Facebook mit seinen flotten Jungs erreichen.
b) Es war von Anfang an klar: Ein anständiger und gebildeter Mensch stimmt nicht für diese Initiative. Das wirft ein böses Licht auf unser Erziehungssystem. Ich glaube, dass heute umgekehrt als damals, als – wie gemunkelt – kiffende 68er Lehrer die armen Schüler in die grosse Freiheit schickten (so ein blödes Klischee, der mangelnde Sozialsinn ist nicht die Schuld der PädagogenInnen, sondern der Eltern, die den Familien-Egoismus zur obersten Norm erhoben), die Erzieher nichts, rein gar nichts tun, um junge Leute, die lern- und lesefaul sind, historisch und ethisch zu bilden.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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