Wieder ein klassischer Interessenkonflikt. Soll/Darf der Staat in die Freiheit/Mündigkeit seiner Bürger/innen eingreifen oder soll er darauf vertrauen, dass sich die Mehrheit dieser mündigen Bürger/innen nicht verführen lässt? Soll/Darf der Staat entscheiden, was dem/der Bürger/in zuzumuten ist, oder hat umgekehrt der/die Bürger/in das Recht, sich seine Meinung aufgrund aller möglichen Varianten von Argumentation selber zu bilden?
Wie sich verhalten in diesem seltsamen (gedanklichen) Minenfeld zwischen den Polen von einzufordernder Liberalität und neofaschistischer Propaganda?
Und taktisch gefragt (nachdem die grosse Mehrheit der Leser/innen meines Blogs wohl meiner Meinung ist, dass die Minarett-Initiative gröbster gedanklicher Schrott ist): Wie erreichen wir eine möglichst hohe Ablehnung der Initiative? Durch ein Verbot der Plakate? Das ermöglicht unsern Neofaschisten nur, junge verführte Menschen, die sonst nicht stimmen würden, zu einem Ja zu bewegen. Durch ein Aufhängen-Lassen der Plakate? Indem so der/die durchschnittlich vernünftige Nicht-Stimmbürger/in doch zum Nein bewegt wird?
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant