Ist es Aufgabe einer religiösen Gemeinschaft, in der pluralen, globalisierten und multikulturellen Welt des Westens einzufordern und darauf zu beharren, dass alle die Rituale an den Wende- und Eckpunkten ihrer Biographie genau gleich und möglichst nach genormten Ritus der Religionsgemeinschaft, der sie angehören, vollziehen und feiern müssen? So quasi die ganze Religionsgemeinschaft als ein einziges Kloster, in dem alle genau gleich behandelt werden.
Ist es unsere Aufgabe als Seelsorgende, den Leuten klar und dogmatisch zu verkünden, wie sie zu heiraten und wie sie ihre Verstorbenen zu verabschieden haben? Oder ist es unsere Aufgabe, genau hin zu hören und hin zu sehen, welche Gedanken und Vorstellungen aus den Herzen der Menschen kommen und diese dann auch zu respektieren?
Warum muss denn der Friedhof der genormte einzig mögliche Ort des Verabschiedens eines/r Verstorbenen und später seines Gedenkens sein?Und und und …
Hatte/Habe in wenigen Tagen Hochzeit, Taufe und Trauer/Dank-Feier und reflektiere, was mein Auftrag ist.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant