Ich schreibe keine Kritiken zu Opernaufführungen, in denen technisch verstärkt wird, weil ich solche Aufführungen gar nicht besuche. Das gilt etwa für die Aufführung im St.Galler Klosterhof (dieses Jahr war es «Samson et Dalila» von Saint-Saëns) oder auch für die Bregenzer Open-Air-Aufführung (dieses Jahr eben «Aida»). Die technische Verstärkung einer Oper verfremdet sowohl den musikalischen Klang wie auch den Gesamteindruck in einer derart üblen Weise, dass von der Oper nicht mehr viel Originales bleibt, dass irrelevant wird, welche Nuancen die Stimmen der Solisten haben und dass so eine Art Mainstream-Techno-Oper für die grosse Masse entsteht. Dazu von mir nichts als Schweigen. Man(n) denke nur, was Richard Wagner (mit seinem bewussten Konzept der Bayreuther Bühne) dazu sagen würde!
PS: Vielleicht schreibe ich aber mal eine Kritik über ein technisch verstärktes Musical. Spätestens seit den 70ern war dies ja auch von den Komponisten so gewollt. Also sind solche Aufführungen auch im Sinne ihrer Erfinder.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant