Noch bis Ende der Sommerferien predige ich grundsätzlich immer zu den Paulus-Texten der zweiten Lesung und habe so meinen eigenen und braven Beitrag zum so kurzfristig und überraschend von oben verordneten Paulus-Jahr geleistet. [PS: Mein Beitrag zum ebenso verordneten Priester-Jahr wird sich in sehr kleinem Rahmen halten, das Bistum St.Gallen hat ja eine vierjährige Besinnung auf die Bistumsheiligen angesagt, da will ich mich – auch hier – beteiligen.]
Nun so übel war diese Arbeit nun wirklich nicht, nein, vielmehr brachten neue und überraschende Begegnungen mit «Bekannten aus alten Zeiten» (dem Herrn Paulus bin ich nach meinen Auslands-Semestern in München mit einem höchst befriedigenden Seminar zum Philipper-Brief mit einem Dozenten mit Familiennamen Hainz und abschliessendem Knödel/Haxn-Essen tief in der bayerisch-katholischen Provinz – von der uns Marieluise Fleisser, Martin Sperr und Franz Xaver Kroetz so schreckliche Kunde gebracht haben – kaum mehr seriös exegetisch begegnet) auch neue Einsichten.
So auch die mit dem Epheser-Hymnus. Dass das «Sündenfall/Erlösungs-Schema» schon in der Bibel seine deutlichen Korrektive hat, wissen wir schon längst (dank Matthew Fox). Dass aber Pierre Teilhard de Chardins frech-schöpfungsoptimistische These von der «Christogenese» auch hier angesetzt werden kann, das hatte ich wieder vergessen. Ich verband das in der Predigt mit unserem heutigen Nachdenken über die «Schlechtigkeit» des Menschen (anhand der Zürcher Schlägertruppe in München) und wurde selber sehr nachdenklich.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant