Das ist kein Aprilscherz:Ab heute können junge Schweizer Männer, die statt Militärdienst Zivildienst leisten wollen, dies folgendermassen erledigen: Sie können ein Formular der zuständigen Bundesstelle herunterladen, ihre Personalien eintragen und per Unterschrift bestätigen, dass sie bereit sind, Zivildienst zu leisten. Amen, fertig! Später werden sie dann informiert, welche Dienste zur Auswahl stehen, und sie werden das 1,5fache der Militärdienstzeit im Einsatz sein. Einfach so!Es ist kein Aprilscherz, es ist erstmals in der Geschichte unseres Landes höchster staatlicher Respekt vor dem Gewissensentscheid eines jungen Menschen, keine Bevormundung mehr, keine Diskriminierung, keine Kriminialisierung.Ich bin zugleich höchst glücklich und in der Erinnerung sehr traurig.
Deshalb möchte ich in den kommenden Wochen hier unter dem bewusst zweideutigen Titel «back in the army – never now» erzählen, wie ich in den Jahren 1973-74 den damaligen Umgang des demokratischen, freien und christlichen Staates Schweiz mit seinen jungen Menschen erlebt habe. Da mich diese Geschichte sehr persönlich ge/betroffen hat und es noch heute tut, erzähle ich die einzelnen Episoden nicht unter «Ingo», sondern in der Ich-Form. Start in Bälde, Ernsthaftigkeit die Absicht, Ironie als Mittel trotzdem geplant.
Es werden vorkommen: Der damalige Pfarr-Rektor der Dompfarrei, der damalige Obermesmer, die damaligen Lektoren-Kollegen, meine Kantonschullehrer, insbesondere die Religionslehrer, der Sektionschef in St.Gallen, die damalige Jugendanwältin der Stadt, die Herren Offiziere der Aushebung und manche mehr.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant