IXEs endet irgendwann auch der übelste Winter. Und es endete auch ein Schuljahr. Das konnten harmlose Übergänge sein, das konnte aber auch eine kleine Apokalypse sein, je nachdem, ob ein Junge gern zur Schule ging oder nicht, je nachdem ob er Abwechselung und Abenteuer oder aber die sichere Konstanz des immer Gleichen liebte. Für Ingo waren diese Zeiten, in denen Schulhaus und Klasse gewechselt werden mussten, mittlere Katastrophen. Er hatte sich eingelebt, arrangiert, abgefunden, hatte sogar Sicherheit und Zufriedenheit gefunden. Und dann waren sie alle weg, wirklich und endgültig manchmal gänzlich alle, die friedlichen und die grässlichen Lehrer, die guten Kumpel unter den Schulkameraden und die gemein Hinterhältigen. Alles war leer, Karten sollten neu gemischt werden. Wenn da nicht der Frühling gewesen wäre, die Wärme wieder etwas hervorkroch und die Amseln sangen, es wäre zum Heulen gewesen. Doch die grosse Verunsicherung wich nach einiger Zeit dem Spass des Neuen. Hoffnungsvoll für einen Menschen, hoffnungsvoll für die Menschheit.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant