Paul M. Zulehner: Hoffnung für eine taumelnde Welt. Eine Pastoraltheologie für Europa | Grünewald 2024 | ISBN/GTIN978-3-7867-3345-4 | 448 S. | ca. CHF 60.00
«Wie kann das Evangelium in der taumelnden Welt von heute eine der Hoffnungsquellen sein?» Dieser Frage geht Paul M. Zulehner nach, der bekannte ehemalige Professor für Pastoraltheologie in Wien. Er schreibt sehr geerdet, keineswegs im luftleeren Raum gescheiter Spekulation. Denn immer wieder nimmt er Bezug auf die höchst aufschlussreichen Ergebnisse der Europäischen Wertestudien (1981-2020).
Sein Hauptanliegen: Die Kirche darf nicht um sich selber kreisen, um ihre internen Probleme und Richtungskämpfe. Sie kann und soll «in der Logik vom Kommen des Reiches Gottes sich in den Gang der Weltgeschichte ›einmischen’». Dabei hat sie ein heutzutage rares, aber (über)lebenswichtiges Gut anzubieten: die Hoffnung, dass nicht Krieg und Katastrophen das letzte Wort haben.
PS Das Buch enthält nicht weniger als 40 Seiten Literaturangaben und 76 Seiten Fussnoten. Dennoch ist es nicht – wie man daraus ableiten könnte – ein wissenschaftliches, in einer Fachsprache geschriebenes Werk. Zulehners Ziel: nicht «derart abgehoben und abstrakt zu schreiben, dass man zweimal lesen muss, um zu ahnen, was die oft recht einfache Botschaft ist».

Palästina/Israel: besonnene Stimmen
Viele palästinensische und israelische Menschen suchen eine gewaltfreie Lösung des Nahost-Konflikts. Das Magazin von amnesty schweiz gibt einigen von ihnen eine Stimme. Hier kurze Auszüge:
Ein politischer Prozess
Das einzige Mittel zur Lösung des Konflikts ist ein politischer Prozess. Es scheint, dass wir gegen alle Widerstände arbeiten. Aber die Tatsache, dass immer mehr Menschen in unseren Gemeinschaften Hoffnung, Sicherheit und Frieden durch gewaltfreie Aktionen suchen, stimmt mich friedlich.
Noa Harell, israelische Koordinatorin der Organisation Combatants for Peace
Man kann Ideologie nicht mit Waffen töten
Ich verstehe, dass Israel etwas gegen die Hamas unternehmen muss. Doch wenn die Regierung verhindern will, dass so etwas je wieder passiert (das Massaker vom 7. Oktober 23), ist sie auf dem Irrweg. Man kann eine Ideologie nicht mit Waffen töten. Die Bedingungen müssen so verändert werden, dass Hamas keine attraktive Option ist. Israel tut das Gegenteil.
Shelley Borlowitz, Schweizer Verein Jüdische Stimme für Gerechtigkeit und Demokratie in Israel/Palästina
Eigene Staaten
Warum ist beispielsweise das Recht auf einen eigenen Staat umstritten, wenn es um die Palästinenser*innen geht, während dieses Recht für die Israelis als selbstverständlich akzeptiert wird?
Shirine Dajani, palästinensisch-schweizerische Friedensaktivistin
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/zulehner-buch-hoffnung-fuer-europa/