In der SKZ 1-2/09 der aktuelle Neujahrstext sprich -gruss seitens eines der DOK-Bischöfe. Dieses Jahr ist der Churer Oberhirte an der Reihe. Fröhlich zitiert er (oder sein/e Schreiber/in) Goethe, Strauss, von Ranke und Lüdemann, erwähnt auch Bultmann. Bull… würde ich am liebsten dazu als Erstes rufen. Doch das ist meinerseits unseriös, ich tadle mich selber. Ergo denn: Ich kann einfach nicht glauben, dass man(n), ein episkopaler Mann zumal, so unüberlegt, so unhistorisch, so unwissenschaftlich schreiben kann. Ich fasse es nicht! Ein Prediger der Chrischona-Gemeinde vielleicht, ein wüster Kämpfer einer FEG vielleicht auch, aber doch kein katholischer Theologe. Gibt es denn keine Grenzen der Unwissenschaftlichkeit, die unter dem Schlachtruf der Bekämpfung der bösen gottlosen Moderne nicht auch noch unterschritten werden können?
Nur ein Detailbeispiel (bei Eduard Christen gelernt): Als etwa Willi Marxsen seine Schrift «Die Sache Jesu geht weiter» herausgab, da hat er die Auferstehung Jesu als Glaubens-Tatsache nicht geleugnet. Es ist schlechthin bösartig, Theologen/innen, die sprachphilosophisch, literaturgeschichtlich und historisch korrekt denken und arbeiten, in die Ecke der Ungläubigen zu stellen.
Ich zumindest bin nicht bereit, die Grenzen des intellektuellen Anstands zu unterschreiten (unterbieten), darum verstumme ich hier nun mitten im Zorne.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant