Zurück aus dem Weihnachtsbetrieb

Sehr viel Arbeit, und noch etliche Trauerfeiern dazu, darum hier das Schweigen. Ich predigte zu Weihnachten (natürlich am Tag und nicht in der Nacht, da dürfen die Gefühle walten) und Epiphanie über theologisch «Heisses». Es soll ein sehr besorgtes Mitglied der Pfarrei Engelburg geben, das auch hier (gerne?) mit-liest und das Briefe ohne Unterschrift verschickt. An die Adresse dieses Menschen darum zwei Gedanken (von hoffentlich auch allgemeinem Interesse):
ad 1) Sowohl das Ordinariat in St.Gallen wie auch ich übergeben anonyme Schreiben dem Papierwolf, ich seit 28 Jahren, ohne sie zu lesen. Es wäre nun wirklich Pech, wäre in dem Brief etwas gestanden, was mich wirklich hätte interessieren können. Das mir noch mitzuteilen, könnte man(n) (oder frau?) dann ja nachholen …
ad 2) Die «ketzerische» Frage der Predigt am Weihnachtsmorgen lautete: Darf das Christentum vor dem Hintergrund der Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs an der These festhalten, dass sich der ewige und unbekannte Gott in einem einzigen konkreten Menschen inkarniert hat? Wie machen wir vor allem den anderen monotheistischen Religionen klar, was wir damit meinen? Und was heisst es, dass die Dogmen des 3. bis 5.Jahrhunderts notwendige Reaktionen auf das Zusammenwachsen von neuem Glauben, römischem Staatswesen und griechisch-philosophischem Denken waren? Wo stehen wir geistesgeschichtlich heute und ergo 1500 Jahre später?

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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