Zitat Meesmann II (S.19): «Was also spaltet … die Christenheit vor allem? Es ist die Einstellung zu den neuen Lebensformen und der Umgang mit der Bibel. Ehen ohne Trauschein werden längst von einer Mehrheit der Christen akzeptiert und selbst gelebt – obwohl dieser Art des Zusammenlebens zumindest in der katholischen Kirche offiziell noch immer mit Abwertung begegnet wird … Bei den schwulen und lesbischen Paaren bröckelt die Akzeptanz zwar, aber einen ‘Streit um die Wahrheit’ wollen auch hier nur die Hardliner führen. Absurd jedenfalls ist es, die gesetzlich abgesicherte eingetragene Partnerschaft zur grossen Gefahr für Ehe und Familie zu stilisieren …»
Fast unglaublich, wenn dieses Thema, – das moraltheologisch und ethisch doch unter dem Obertitel der Gerechtigkeit und des Respekts vor der Menschenwürde abgehandelt werden sollte – von entscheidender Bedeutung in der Frage des biblischen Fundamentalismus wäre. Nur völlig geistig unaufgeklärte Menschenwesen werden doch noch auf die Idee kommen, mit Texten wie etwa Gen 19,1-13 den zu wohl fast 90% abgesicherten Erkenntnissen der Psychologie und Humanwissenschaften entgegen zu treten.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant