Sitzung der Redaktionskommission der SKZ. Diskussion zum Thema, wie weit wir in unserem kirchlichem Produkt auf das Jahr 1968 und seine Folgen eingehen sollen. Ernsthafte Diskussionen, was 68 für uns als katholische Kirche bedeutet. Wie hat Karl Rahner auf seine Chaoten-Studenten reagiert? Wie Hans Küng, wie Joseph Ratzinger? Fragen von mir in der Diskussion: War der Wechsel von Ratzinger ins beschauliche Regensburg eine Flucht vor den 68ern? Ist seine ganze Theologie in ihrer pessimistisch-verurteilenden Sicht der heutigen liberalen Welt sogar Produkt und Folge dieser Ereignisse? Oder wollte er einfach wieder zurück nach Bayern, wo CSU und Katholizität Stabilität verliehen und (ausser im schon fast heidnischen München) allfällige 68er Zuckungen in Güllengruben landeten?
Weiter Diskussion zur Frage, dass für uns Katholiken 1968 vor allem ja «Humanae vitae» (25.Juli) bedeutet. Der Bruch breiter und wichtiger engagierter Innenkreise unserer katholischen Gemeinden (engagierte Frauen, engagierte Intellektuelle) mit dem Lehramt. Ein Bruch, der bis heute nicht zu kitten war/ist. Meine Frage: Was für ein Dämon hat da Paul VI. getrieben, welche Ängste vor der modernen Naturwissenschaft, vor dem Fort-Schreiten des menschlichen Forschungsgeistes? Zumindest darin scheint ihm Benedikt XVI. noch heute zu folgen.
Urban Fink arbeitet an einer kleinen Reihe von Artikeln zur Aufarbeitung von 68 weiter.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant