Aufgefallen und in der Predigt zu unserem Kirchenfest (Hl.Josef, wegen der seltsamen Termine dieses Jahres weit vorverschoben) auch ausgeführt: Zentralismus ist nicht nur eine Versuchung auf der obersten Stufe einer Institution, eines Gemeinwesens, sondern auch auf jeder unteren. Nicht umsonst schrieb der schüchterne schwule Priesterschriftsteller Heinrich Federer den herrlichen Roman «Papst und Kaiser im Dorf». Pfarrer, die in römischen Fussspuren wandeln, können ebenso unangenehm zentralistisch sein …Also aufgefallen und ausgeführt: Die Bildung von Seelsorgeeinheiten birgt wieder die selbe Gefahr in sich. Das Zusammenschliessen mehrerer Pfarreien und ihre Unterstellung unter das für das Gesamtgebiet verantwortliche Pastoralteam können – worst case – zum Einebnen der pastoralen und liturgischen Traditionen und zum Verlust von Gefühlen von Heimat und Identität führen. Können, müssen nicht. Sehenden Auges der Zukunft entgegen zu treten, das riet ich «meiner» Pfarrei zum Fest.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant