Im Rahmen des «Constantin von Mankow-Zyklus» fand am 6.10.2007 an der Neurologischen Klinik der Uni Zürich eine Tagung über «Religion und Nervensystem» statt. Unter dem Titel «Skeptische Anfragen eines Theologen an die neurowissenschaftliche Religionsforschung» sprach auch Erwin Koller, um unsere Anliegen einzubringen. In der aktuellen Ausgabe der «Neuen Wege» (2/2008, S.47-55) ist das Referat geringfügig redigiert abgedruckt. Aus ihm nur ein sehr beachtliches Zitat, all jenen, die Versuchungen zum Fundamentalismus verspüren, hinter und in die Ohren geschrieben:
«Theologie hat zuallererst eine skeptische Funktion. Sie soll das Bewusstsein wach halten von dem, was wir von Gott nicht wissen. Und das ist – fast alles. Darüber dürfen heilige Bücher und Tausende von Bibliotheken mit Millionen theologischer Abhandlungen nicht hinwegtäuschen. Alle christlichen Bekenntnisse verbindet ein Konsens, der in der Tradition negative Theologie genannt wird. diese bekennt sich zuallererst zu einem verhüllten, ganz anderen, verborgenen Gott – Deus absconditus – und damit zum Prinzip, dass jede Theologie trotz geglaubter Offenbarung die letzte Wahrheit noch vor sich hat, und dass jede positive Aussage über Gott begleitet ist von einem unaufhebbaren Schatten des viel grösseren Nichtwissens.»
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant