Sterbehilfe 3

Es muss doch etwas nicht ganz unfaul sein in der Sterbehilfeorganisation Exit. Als Mitglied des Patronatskommitees habe ich ein weiteres Communiqué zugestellt erhalten, in dem bestätigt wird, was ganz knappen Medienberichten (von mir nur gerade im Teletext gefunden) zu entnehmen war: Dass gegen den früheren Leiter der Sterbehilfe bei Exit, Pfarrer Werner Kriesi, ein Strafverfahren eröffnet worden ist, weil er einer psychisch kranken Frau (die immer noch am Leben ist und selber ihren Fall in die Medien gebracht hat – honny soit …) ohne ärztliche Abklärung und ohne ärztliches Rezept eine Dosis der bei ihm wie bei allen anderen Sterbebegleitern/innen gelagerten Notfallreserve Natriumpentobarbital abgegeben hat.Exit hält fest, dass er dies aus ethisch edlen Motiven, ja geradezu als «Hilfe zum Nicht-Suizid» getan habe. Für diese Argumentation spricht, dass die Frau noch lebt. Hingegen schadet nur dieser einzige Vorfall dem bis anhin guten Ruf von Exit. Auch Pfarrer und auch aus Mitleid dürfen nicht gegen die internen Reglemente und Kontrollen verstossen.Für mich bleibt weiterhin offen, ob ich noch Mitglied im Patronatskommitee bleiben will. Noch eine einzige weitere unangenehme Überraschung, und das Mass wäre erreicht.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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