Gehört: Wer mit Zwanzig nicht links ist, hat kein Herz, wer mit 50 noch links ist, hat kein Hirn.Gedacht: Nicht nur «ben trovato», sondern vermutlich «vero», Erfahrung lehrt es.Bedacht: Gilt das auch für Kircheneinstellungen? Sind die politischen Kategorien «links» und «rechts» mit «progressiv» und «konservativ» gleichzusetzen?Vermutet: Nein, denn zumindest innerkatholisch sind eher die Jungen «konservativ» und die Alten «progressiv» (Ausnahme: die erstaunlich schnellen «Konversionen» bei Bischöfen nach Amtsantritt).Spass würde machen: Franz Jäger, Roger Köppel, Willy Spieler und Urs Eigenmann zu einem Gespräch zu laden. Fragen etwa: «Wie schafft man solche Mutationen, ohne sich seiner zu schämen?» (an Franz Jäger), «Hatten Sie denn nie ein Herz? (an Roger Köppel), «Wo ist Euer Hirn geblieben?» (an Willy und Urs).Der Schreibende bekennt, dass er einst links stand und dachte. Dass ihn dann die Opernhauskrawalle schon mit 25 zum Anhänger von «law and order» machten (haben mir manche Studienkollegen nie verziehen). Dass er jetzt mit 50 im Besitz von Herz und Hirn zum Liberalen mutiert ist. Dass ihm vor allen Konservativen (seien sie SVP oder katholischer Apparat) graut.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant