Hört, hört, wie sie wieder zetern und wüten, unsere lieben Freunde vom rechten Kirchenrand. Was hat Bischof Markus da getan? Er hat eine Gruppe von homosexuellen Führungskräften aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, die sich unter dem Namen «Network» zusammengeschlossen haben, um solidarisch gegen die verschiedenen Formen ihrer Diskriminierung anzugehen, empfangen, ja dies sogar im Chorraum der Kathedrale. Er hat ihnen «Gottes Segen» für ihre «verantwortungsvollen Aufgaben» gewünscht. Er hätte deutlicher werden können, hätte sich dafür entschuldigen können, dass die katholische Kirche noch heute eine der hauptverantwortlichen Institutionen für die Diskriminierung homosexuell fühlender und lebender Menschen ist. Das hat er nicht, er hat nur «Gottes Segen» für ihre «Aufgaben» in ihren gesellschaftlichen Positionen gewünscht. Das war zahm, sehr zahm.Aber unsere lieben Freunde vom rechten Kirchenrand zetern dennoch. Warum wohl? Stört es sie, dass homosexuell fühlende und lebende Männer sich gesellschaftlich engagieren? Stört es sie, dass die schwulen Stadtpräsidenten von Berlin und Paris sich engagieren? Wäre es ihnen wohl lieber, sie würden sich allesamt suizidieren? Vermutlich schon. Diese abgrundtiefen Ängste, die sich so manifestieren, sind verräterisch.Wo waren sie, diese Proteste, als die katholische Kirche Chiles dem Massenmörder Augusto Pinochet mit einem Ponitifikalamt die letzte Ehre erwies? Das war – ethisch einigermassen objektiv betrachtet – hundertfach schlimmer, als eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft zu segnen …
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant