Als Mitglied einiger Arbeitsgruppen und Kommissionen der Kirche Schweiz höre und erfahre ich: Es sollen pastorale Prioritäten formuliert werden, damit die knapp vorhandenen Finanzmittel dort eingesetzt werden, wo sie der überpfarreilichen Seelsorgearbeit wirklich dienen und wo die Kirchgemeinden sinnvoll nicht mitfinanzieren können/sollen. Ich höre auch, dass dabei der Gesamtbereich der verschiedenen Arbeitsstellen und Kommissionen durchforstet und sinnvoll geordnet werden soll. Ich finde das gut, denn manchmal beschleicht auch mich das Gefühl, dass wir gar nicht mehr den Überblick haben, welche Institution welche Dienstleistungen erbringt. Denn um Dienstleistungen zuhanden der Basisarbeit in den Pfarreien geht es da ja wirklich, Dasein um des Selbstzweckes willen soll es nicht geben. Gut, denke ich, und wünsche PaPriKa gutes Gelingen.
Aber da höre ich auch, dass die Kommission Bischöfe-Priester, in der ich seit vielen Jahren mitarbeite, vom paprikaroten Stift bedroht sein soll. Und da wundere ich mich. Warum soll gerade die wohl einzige regelmässige Begegnungs- und Gesprächsgruppe zwischen den Seelsorgenden aus allen Landesteilen und der Bischofskonferenz wegrationalisiert werden, die wohl finanziell «billigste» Kommission überhaupt? Heisst PaPriKa, dass es diesen Dialog nicht mehr braucht, dass man locker auf ihn verzichten kann? Welche Prioritäten sind hier gemeint? Nicht mehr mit diesen «lästigen» Basisleuten reden zu müssen? Nicht mehr die unterschiedlichen Mentalitäten von Romandie, Ticino und Deutschschweiz miteinander zu konfrontieren? Ich höre auch das Argument, dass da die «wertvolle» Arbeitszeit von 2 Bischöfen und 12 Priestern eingesetzt werde. Ist der Dialog diesen Aufwand nicht wirklich «wert» und darum «wertvoll»? Ich bitte die Verantwortlichen, dies zu bedenken.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant