Es könnte sich hier eine interessante Diskussion über die letzten religiösen bzw. theologischen Wahrheiten und Sicherheiten anbahnen, die wir Christen/innen «Dogmen» nennen. Zunächst wäre aber zu überprüfen, in welchem intellektuellen Kontext wir dies tun und was wir dabei zu beachten und zu verantworten haben, wenn wir nicht fundamentalistisch auftreten wollen. Und dies könnte nicht der Sinn einer seriösen Auseinandersetzung auf kath.ch sein! Zu Beginn also zwei mir grundlegend scheinende Gedanken, der eine vom bösen Hans Küng, der andere vom abgehobenen Ludwig Wittgenstein. Wahr und wichtig scheinen sie mir trotzdem.
«Kein Friede unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. Kein Friede unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen. Kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen.» (Küng)
«Das Ideal, in unseren Gedanken, sitzt unverrückbar fest. Du kannst nicht aus ihm heraustreten. Du musst immer wieder zurück. Es gibt gar kein Draussen; draussen fehlt die Lebensluft. – Woher dies? Die Idee sitzt gleichsam als Brille auf unsrer Nase, und was wir ansehen, sehen wir durch sie. Wir kommen gar nicht auf den Gedanken, sie abzunehmen.» (Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 103)
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant