Mein Bollywood Traum

Als ich in die Schweiz kam, war meine Überraschung und Neugierde gewaltig, so das sie sogar über mein eigenes Verständnis hinaus ging. Nur schon das Foto, das ich für die Universität schiessen musste, zeugt davon. Beide meiner Augen waren gross und projizierten die Bewunderung die ich für dieses Land empfand, ähnlich einer Rakete die gegen Weltraum verschossen wird.
Ich fühlte mich wie im Film. Denn nur bei Bollywood durfte ich eine solche Welt erleben. Ich war sprachlos.
Diese Zeit ist schon lang vorbei. Die erste Lektion, die ich in der Schweiz gelernt habe, war immer pünktlich zu sein. Ich komme von einem Land wo nie ein Zug oder ein Bus pünktlich fuhr oder ein Termin pünktlich stattfand. In meiner ersten Woche in der Schweiz habe ich einen indischen Mitbruder in Zürich besucht. Ich war sehr locker beim Umstieg und vor meinen Augen habe ich den Zug verpasst. Natürlich war meine Frage: ‘was ist los?’. Ich war nur 30 Sekunde zu spät. Was für ein Land? In meiner dritten Woche sollte ich eine Schweizerin besuchen. Sie hat mir einen Plan eine Woche voraus geschickt:
07.35 abfahrt von Luzern; 08.25 Ankunft in Zürich; 08.37 weiter von Zürich nach Winterthur; 09.03 Ankunft; 09.10 Schweizer Schokolade probieren bei der Confiserie Sprüngli; 10.00 Kunstmuseum Winterthur besuchen; 12.30 mexikanisches Essen und Pause bis zum 15.00; 15.15 Besuch in Uhrenmuseum Kellenberger, usw… Dies war meine erste Begegnung mit der Schweizer Systematik. Dieser Tag öffnete mir die Augen und liess vieles an mir sich verändern.

George Francis Xavier

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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