Ein Mitbruder zeigte mir einen Schrittzähler, den er jeden Tag benützt und am Abend geht er extra spazieren, damit er sicher ist, dass er 10`000 Schritte jeden Tag machte.
Für mich ist das etwas aussergewöhnlich. Warum? Als ich in der Mission im Nordindien war, dachte ich nie daran einen Spaziergang zu machen. Fast jeden Tag lief ich über 10 Kilometer weil es keine andere Wahl ausser laufen gab. Das Dorf, in dem wir wohnten, liegt 32 Kilometer weit von nächster Stadt. Zwar gab es eine Busverbindung, jedoch endete die Linie 8 Kilometer von unserem Dorf entfernt.
Damals sagte ich nie, dass ich spazieren gehe. Hier in der Schweiz sind Bus, Zug und Schiff und auch Autos und Velos zu meiner Verfügung und ich laufe kaum. So bin ich nicht mehr fit und ich nahm 8 Kilos in zwei Jahre zu. So kommen solche unübliche Wörter wie Sport treiben, schwimmen gehen, Spaziergänge machen, usw. in mein Leben.
Früher lief ich überall herum und nun gehe ich laufen oder spazieren. Was üblich war, wurde unüblich. «More comfort, less energy»… Mehr Bequemlichkeit, weniger Energie.
George Francis Xavier
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant