Ein Denkmal für Gérard Philips

Heute ist ein Denkmal für Gérard Philips zu setzen. Er war nicht nur für die Kirchenkonstitution Lumen gentium massgeblich. Auch in der letzten Konzilssession spielt er im Blick auf die Endredaktion vor allem von De revelatione und Gaudium et spes eine unverzichtbare Rolle. Überall, wo es hakt, fragt man nach Gérard Philips. Am 6. Oktober 1965 schreibt Prignon, er wirke müde, aber wenn er nicht für das Schema XIII arbeite, werde man damit niemals fertig. Am selben Tag fragt Bischof De Smedt, ob Philips nicht bei der Endredaktion der Erklärung über die Religionsfreiheit helfen könnte, «um die Endredaktion des Textes zu machen und ihn in das Latein zu bringen, dessen Geheimnis er kennt» (vgl. Pr 135).
Am 18. Oktober erleidet Philips eine Herzattacke, die verlangt, dass er alle Überarbeitung und um jeden Preis emotionale Belastung vermeiden muss (vgl. Pr 173). «Wir wissen nicht wirklich, wie wir ihm in den aktuellen Umständen Emotionen oder Überarbeitung ersparen können» (Pr 173).
Philips arbeitet weiter, unter höchsten Belastungen. Der Diplomat in ihm ist gefordert, als er um Interventionen weiss, die von Seiten des Papstes zu erwarten sind, und deswegen in der Kommission über die Offenbarung Wege geht, die manche (ohne diese Information) nicht verstehen. Ihm wird sogar vorgeworfen, dass er um seiner Karriere willen auf einmal andere Positionen als bisher vertritt (vgl. Pr 121 f., 138). Zu Prignon sagt er «Es sind solche Momente des Lebens, in denen man, um eines höheren Gutes willen, ein persönliches Opfer bringen muss» (Pr 122).
Am 25. Oktober 1965 jedoch muss er die Hände sinken lassen. Nach einer Kommissionssitzung am Morgen, in der er noch eine «magistrale» Herausforderung gemeistert hatte, kann er nicht mehr. Der Arzt verordnet ihm für 10 Tage absolute Ruhe (vgl. Pr 187 f.). Pausenlos treffen gute Wünsche und Zusagen von Gebet für Philips ein (vgl. Pr 189).
Selbst jetzt arbeitet Philips noch auf dem Krankenbett (vgl. Pr 193), bis er am 7. November nach Belgien zurückreist. «Man schuldet ihm so viel! Ohne ihn hätte die Theologische Kommission niemals so funktioniert, wie sie funktioniert hat, und sie hätte nicht die schönen Texte gegeben, die sie gegeben hat. Er ist nicht der der einzige, der diese Texte zur Welt gebracht hat, aber er ist trotzdem ihr Vater» (Co 2,465).
(emf)

Konzilsblogteam

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