Wir werden durchhalten

In der ersten Konzilsphase meinten nicht wenige, das Konzil könne bis Weihnachten 1962 beendet werden. In jeder Konzilssession erwachte die Frage, wie lang das Konzil dauern würde, erneut. Auch die vierten Session war durchaus umstritten. Nicht zuletzt die Themen von Gaudium et spes sowie die Religionsfreiheit waren vielen Konzilsvätern so wichtig, dass sie sich engagiert für die nötige Beharrlichkeit einsetzten. So äusserte ein amerikanischer Bischof im Widerstand gegen Bestrebungen, das Konzil nach der dritten Session zu beenden: «Wollte man in voller Gründlichkeit alle Fragen einer wünschbaren Neuorientierung der Kirche behandeln, dann müsste das Konzil nicht drei oder vier, sondern acht, neun oder zehn Sessionen abhalten – und wir werden durchhalten».
Am 28. August 1965 richtete sich Papst Paul VI. in der Apostolischen Exhortation Quarta sessio an die Bischöfe und mahnte sie im Blick auf die bevorstehende vierte Konzilssession dazu, ihr Herz dem machtvollen und unwiderstehlichen Geist der Wahrheit zu öffnen.
(emf; Zitat aus: Mario von Galli/Bernhard Moosbrugger: Das Konzil. Kirche im Wandel. Dritter Bild- und Textbericht. Olten 1965, 49)

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