«Wir wünschen, dass die Gesellschaft Jesu in der gesamten irdischen Existenz des Menschen von heute präsent werde, und zwar nicht in politischer Hinsicht, sondern einzig und allein im Geiste des Evangeliums, … ohne die Ausübung einer Macht in der zivilen Gesellschaft, sondern durch die Inspiration des Gewissens des einzelnen und der Gemeinschaft. Wir sind uns bewusst, welch tiefgehende Erneuerung dies voraussetzt. Ein Bruch mit gewissen Verhaltensformen in unserer Vergangenheit ist nötig, um uns erneut unserer humanistischen Tradition zu verbinden: ‹Gloria Dei, vivens homo›, Gottes Ehre ist der lebendige Mensch (Hl. Irenäus). Wir wollen jede isolierte oder auf Herrschaft ausgerichtete Haltung vermeiden, die wir gelegentlich eingenommen haben mögen. Wir wollen in der Kirche wie in der Gesellschaft eine Haltung des Dienens annehmen und das Machtimage ablegen, das man uns häufig zuschreibt … Bei allen Aktionen soll unser Ziel die Befreiung des Menschen aus jeglicher Form der ihn bedrückenden Knechtschaft sein: Mangel an den Grundgütern, Analphabetismus, die Last der soziologischen Strukturen, die ihm die Verantwortung im Leben nehmen, die materialistische Lebenseinstellung. Wir wünschen, dass alle unsere Anstrengungen auf die Errichtung einer Gesellschaft hinführen, in der das Volk mit allen seinen Rechten auf Gleichheit und Freiheit integriert sein wird, und zwar nicht nur in politischer, sondern auch in wirtschaftlicher, kultureller und religiöser Hinsicht …
Unser von diesem wirklich universalen und evangelischen Geist getragenes Apostolat wird unausweichliche Reaktionen hervorrufen: wir wollen diese nicht selbst durch parteiisches Verhalten provozieren, aber wir werden weiterhin das Evangelium der Armen verkünden, wie immer auch diese Reaktionen sein mögen …
Wir sind überzeugt, dass die Gesellschaft Jesu in Lateinamerika klar für soziale Gerechtigkeit Stellung beziehen muss zugunsten derjenigen, die der einfachsten Erziehungsmittel, ohne die eine Entwicklung unmöglich ist, entbehren. Deshalb müssen wir nachhaltig dafür arbeiten, dass Bildungseinrichtungen angeboten werden, die es der Marginalbevölkerung ermöglichen, über das Mittel des gleichen Zugangs zur Bildung ihre Fähigkeiten im nationalen Leben beizutragen …
Was das Erziehungswesen betrifft, das wir als einen der wichtigsten Faktoren im sozialen Wandel betrachten, betonen wir für unsere Kollegien und Universitäten die Dringlichkeit, die Rolle als aktive Faktoren sozialer Integration und Gerechtigkeit in Lateinamerika zu übernehmen. Die Entwicklung aller ist nicht möglich ohne die integrale Erziehung aller. Unsere Erziehungseinrichtungen müssen es sich zur Gewissenspflicht machen, die gesamte Volksgemeinschaft aus ihren Diensten Nutzen ziehen zu lassen …»
(Giancarlo Collet)
Konzilsblogteam
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