Auch die zahlenmässig kleinste der osteuropäischen Kirchen, die katholische Kirche in Bulgarien mit ca. 100’000 Gläubigen, leistete ihren Beitrag zum Konzil. Sie war dem Ausrufer und Förderer des Konzils, Johannes XXIII., besonders verbunden, wirkte dieser doch 1925–1934 dort als Apostolischer Delegat. Bereits Johannes XXIII. tat – am Anfang höchst unfreiwillig – das, was der amtierende Papst wiederum heute fordert, nämlich an die Ränder zu gehen. Die dabei geschenkten Eindrücke sind gerade auf dem Weg zum Konzil in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen.
Die drei bulgarischen Prälaten, die zum Konzil geladen waren, durften allerdings nicht zur gleichen Zeit nach Rom fahren. Der Erste, der nach Rom reiste, war der apostolische Administrator der lateinischen Diözese von Sofia-Plovdiv, Msgr. Simeon Kokov. Sein Hauptanliegen war das reine Überleben der Kirche in Bulgarien, während sich die westlichen Bischöfe mit dem Aggiornamento beschäftigten. Er betrat nie das Rednerpult, übersetzte aber die reformierten liturgischen Texte ins Bulgarische.
1964 reiste der Apostolische Exarch Kiril Kurtev nach Rom, von dem ebenfalls keine Redebeiträge überliefert sind.
1965 schliesslich erhielt der Administrator der Diözese Nicolopolis, Msgr. Damian Talev, die Erlaubnis zur Reise nach Rom. Da er Ausbildungsjahre in Belgien und Holland verbracht hatte, war er des Holländischen mächtig und pflegte so Kontakte zu Kardinal Alfrink und anderen Holländern.
Zur letzten Session reiste wieder Kiril Kurtev nach Rom, der mit seinem entschlossenen Placet eine Hilfe bei der Verabschiedung der Konzilsdokumente war.
Nicht zu vernachlässigen ist schliesslich die Arbeit von mehreren bulgarischen Konsultoren, die auf ihre Weise und mit ihrem Wissen ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Konzils geleistet haben.
(ufw; George Eldarov: Die Erfahrungen eines osteuropäischen Peritus bei der Erarbeitung einiger bedeutender Konzilsdokumente, in: Wi, 199–209.)
Konzilsblogteam
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