Zeit für einheimische Bischöfe

Das Konzil bescherte den Bischöfen neue Beziehungen untereinander. Dom Helder Camara schreibt in seinen Briefen aus der dritten Konzilssession, sein Platz habe sich zwar gelegentlich verschoben, doch immer sei der Nachbar derselbe gewesen: Bischof Victor Bazin von Rangun (heute Yangon, Birma/Myanmar). «Keiner von uns beiden hat, Gott sei Dank, eine einzige der 107 Konzilsversammlungen versäumt. Wir beiden haben immer zusammen abgestimmt: wir denken und reagieren tatsächlich in Übereinstimmung miteinander. Wir helfen uns. Wir sind Gefährten in der Delegiertenversammlung und Brüder in den Hoffnungen und den Befürchtungen» (CaLe 2,667).
Bei einer Sitzung im Oktober aber habe dieser Bischof gefehlt. Am Ende der Sitzung sei er sehr bewegt gekommen. Er habe eine schwierige Aufgabe erfüllt. «Der neue Mensch, sagt er mir, singt und tanzt in mir, aber der alte Mensch wehrt sich noch» (CaLe 2,667). Was war geschehen? Der gebürtige Franzose, damals 60-jährig, war zur zuständigen Kongregation gegangen, hatte seine Demission eingereicht und die Ernennung eines einheimischen Bischofs gefordert. Er tat dies in der Überzeugung, dass die Stunde gekommen war, auf seinen Bischofsstuhl einen Birmanesen zu berufen.
Wie im Internet nachzulesen ist (http://www.catholic-hierarchy.org/bishop/bbazinv.html), wurde seine Demission jedoch nicht angenommen. Erst 1971 resignierte er als Bischof; gestorben ist er 1975. Sein Nachfolger wurde in der Tat ein Birmanese.
(emf)

Konzilsblogteam

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