Zur Zeit

Es hat sich bis dato nichts geändert, und das bedeutet bei einem so hohen Alter, dass sich nichts mehr ändern wird … Ich konnte und kann mit über 90% aller Fasnachtsbräuche nichts anfangen, ja schlimmer noch: sie stören mich nicht nur (der elende Lärm, die ständig falsche Musik), sie ärgern mich sogar (vor allem das tiefe Niveau vieler lustig sein wollender und am Rand des guten Geschmacks streifender Darbietungen).

Was wäre wenn? Eine Fasnacht ohne Guggenmusik, mit einer maximalen Lärmbelastung, mit einem gestrengen Zensor, der die Texte der Schnitzelbanken und Fasnachtsheftli vorgängig überprüft, (wohl auch mit einer Qualitätskontrolle der zu konsumierenden Getränke) – darüber könnte man mit mir noch knapp debattieren.

[Apropos: Etwas vom Schlimmsten war für mich, dass es Kollegen/innen gab und gibt, die diesen elenden Lärm und diese grell-hässlichen Farben gar in den Kirchenraum eingelassen haben. Shame on them!]

Mein Beitrag wie jedes Jahr, von der Westküste inspiriert:

Da war mal ne Lady, behängt mit grossen Ketten,
die zögerte, zauderte, wollte das Kingdom retten.
Vom Grüsel, dem Alten, liess sie sich umgarnen;
Simonetta und Doris, die wollten zwar warnen.
So geht’s allen, den Naiven, Lieben und Netten!

Da war mal ein Titan der Mode, ganz weiss,
dem ward es an der Sonne stets zu heiss.
ein Grufti, ein Gothic wie Fabio der Bestatter?
Ja: Händchen gehalten mit Jungs, das hat er.
Nun feiert er droben, for ever young, how nice!

Da war mal ne Kirche, gross und mächtig,
Weihrauch und Latein standen ihr prächtig.
Nun schaut sie nach innen, kommt da ins Sinnen,
«S’ist nicht schlechter da draussen als drinnen»:
viel Moder und Leichen, ja Hochmut rächt sich!

 

 

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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