Kardinal Bea und die Irrtumslosigkeit der Schrift

Einer derjenigen, der sich vehement dagegen sperrte, die Wahrheit der Heiligen Schrift als «Heilswahrheit» zu identifizieren (siehe Beitrag von gestern), war Kardinal Augustin Bea selbst.
Der vormalige Professor und Rektor am Päpstlichen Bibelinstitut hatte in der Tat im Rahmen seiner bibelwissenschaftlichen Aufgaben eine sehr weit gefasste Vorstellung der Irrtumslosigkeit der biblischen Bücher vertreten. Diese Irrtumslosigkeit nur auf eine Heilswahrheit im Unterschied zu profanen Wahrheiten zu reduzieren, schien ihm der falsche Weg. So referiert Congar aus der Zeit der letzten Konzilssession, Bea habe P. Tromp gesagt, er habe sein ganzes Leben hindurch gegen den Bezug der Irrtumslosigkeit nur auf die Heilswahrheiten gekämpft (vgl. Co 2,449).
Dass zwischen der Zeit Beas als Professor, Rektor und päpstlichen Berater vor 1959 und seinem ökumenisch und pastoral orientierten Wirken während der Konzilszeit ein «tiefgreifender Wandel» liegt, zeigt Klaus Unterburger in der Einleitung zu einer Denkschrift, die Bea 1926 über den deutschen Katholizismus herausgegeben hatte.
(emf; vgl. Klaus Unterburger: Gefahren, die der Kirche drohen. Eine Denkschrift des Jesuiten Augustinus Bea aus dem Jahr 1926 über den deutschen Katholizismus. Regensburg: Pustet, 2011 [Quellen und Studien zur neueren Theologiegeschichte 10])

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