Dom Helder Camara war stets bemüht, in der Konzilsversammlung jeglichen Eindruck, dass es Sieger und Besiegte gebe, zu vermeiden. Vor allem im Blick auf Kardinal Alfredo Ottaviani bemüht er sich um eine gerechte Beurteilung. Zudem nimmt er dessen aufrichtige Haltung wahr. Aus der dritten Konzilssession schreibt Camara:
«Am letzten Sonntag im September wurde Roger (Schütz) ins Heilige Offizium gerufen. Und am Tag des Heiligen Franziskus ebenfalls. Kardinal Ottaviani wollte, dass er an der Messe teilnähme, und bat ihn, für ihn zu beten: ‹Bitten Sie Gott, dass er mich das Konzil verstehen und annehmen lässt. Das ist nicht einfach. Wenn man jung ist, ist es viel einfacher. In meinem Fall kann es nur dank eines Wunders von Gott geschehen. Aber ich möchte nicht gegen das Licht sündigen›» (CaLe 2,600).
Einige Zeit später berichtet er, Ottaviani habe die Komplet mit den Brüdern von Taizé gebetet, und zwar mit dem Brevier von Taizé (vgl. CaLe 2,763).
(emf)
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