Im Mai 1965 macht Gérard Philips, der Hauptautor der im Vorjahr verabschiedeten Konstitution über die Kirche, Exerzitien. Er schaut auf den Text von Lumen gentium zurück und schliesst sich dem Wort von Bischof Pietro Parente an «È pero una bella pagina!» [Es ist ja doch eine schöne Seite / ein schönes Stück geworden]. Philips bezieht dies vor allem auf das 1. und 2. Kapitel der Konstitution.
Der Abschnitt über die Bischöfe habe unzählige Ergänzungen erfahren, die dem Zweck dienen sollten, den Primat des Papstes zu garantieren. Der Text hätte eine Erklärung von grosser Tiefe werden können, wenn nicht dieser ganze Schutzwall von Absicherungen wäre, «so dass das, was einen guten Eindruck hätte machen könnten, weithin verdorben ist. Die menschliche Arbeit ist in fataler Weise unvollkommen» (Phi 142).
Philips fragt sich, ob er hätte energischer sein müssen. Doch wenn er all diese Ergänzungen abgewehrt hätte, hätte dies zum Scheitern des Ganzen führen können.
«Schade, dass wir nicht tugendhafter sind: Wir würden leichter die Wahrheit entdecken» (Phi 142).
(emf)
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