Der 11. Mai 1965 ist ein denkwürdiger Tag: der Entwurfstext für die Erklärung über die Religionsfreiheit wird im Sekretariat für die Förderung der Einheit der Christen einstimmig verabschiedet. Die gemeinsame Beratung gilt nun noch der Relatio, mit der das Dokument in der Konzilsaula vorgestellt würde.
Am Nachmittag wird die Vorlage für das Ökumenische Direktorium beraten. Yves Congar würdigt die «extrem ernsthafte Arbeit, keine Weitschweifigkeit». Und er fügt an:
«Wenn ich anschaue, was heute […] der katholische Ökumenismus ist, bin ich sprachlos. Es ist fantastisch! MAN HAT DEN SCHRITT GETAN!» (Co 2,378).
Dabei hatte der Tag für Congar persönlich wie so oft schwierig begonnen. Wegen seiner gesundheitlichen Schwierigkeiten (die sich konkret als Krämpfe im Bein und stundenlangen Muskelkontraktionen äusserten) hatte er nicht schlafen können und klagt: «Frère Âne est un pauvre type». Am Tag darauf fliegt er zurück, muss sich beim Heimweg in Strasbourg an den Mauern festhalten und ist unfähig, einen Fuss vor den anderen zu setzen.
(emf)
Konzilsblogteam
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