Das Gewicht der Erklärung zur Religionsfreiheit

Yves Congar ist zerrissen zwischen zwei Kommissionen. Die eine befasst sich aus dominikanischer Ordensperspektive mit dem Apostolat, arbeitet aber nach Congars Empfinden nicht sehr speditiv. Jedoch will er das Thema Berufung und Gnade im Sinne des Dominikus und des Thomas von Aquin einbringen (vgl. Co 2,369). Zur gleichen Zeit arbeitet das Sekretariat für die Einheit der Christen am Dekret über die Religionsfreiheit weiter.
Konkret befasst sich eine kleine Gruppe mit John Courtnay Murray, Pavan, Johannes Feiner und Yves Congar damit, Veränderungen, die vom Vertrauensmann des Papstes, Colombo, gewünscht worden waren, einzuarbeiten.
Yves Congar ist sich darüber im Klaren, dass die Erklärung unabsehbare Konsequenzen für mehrere Jahrhunderte haben wird. Positiv erwartet er, dass sie helfen wird, das grosse Misstrauen gegen die katholische Kirche aufzulösen (vgl. Co 2,370).
Zugleich will er vorbeugen, dass die Erklärung nicht religiöser Indifferenz und einer Reduktion der Ethik auf subjektive Einstellungen Vorschub leistet.
Noch offen ist die Art und Weise der Rede von Religionsfreiheit. Fraglich ist, ob im Prooemium eine heilsgeschichtliche Begründung der Religionsfreiheit gegeben wird, derzufolge Gott selbst die Menschen zur Freiheit hin ruft (vgl. Co 2,373).
(emf)

Konzilsblogteam

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