Sekretariat für die Nichtglaubenden

Am 9. April 1965 kündigte der Osservatore Romano die Errichtung eines Sekretariates für die Nichtglaubenden an. Als Präsident wurde Kardinal Franz König ernannt.
Damit war auch eine Richtung angezeigt. König galt als Befürworter eines Dialogs zwischen Christen und Marxisten, statt die Linie der Kirche lediglich auf Bekämpfung des Marxismus abzustellen. Er äusserte entsprechend am Folgetag, es gehe darum, «Kontakte zu schaffen mit dem Ziel, einen Dialog auf intellektueller Ebene zu eröffnen und konzertierte Aktionen zugunsten des Friedens zu fördern» (A 4,718). Das Sekretariat solle Kongresse und Begegnungen organisieren und in Beziehung mit dem Sekretariat für die Einheit der Christen und dem Sekretariat für die Nichtchristen zur Diskussion über Religion und Atheismus beitragen.
Wiederum einige Tage später erfolgte eine Verlautbarung von Radio Vatikan, welche die Gefährlichkeit des Atheismus unterstrich und so einen Gegenakzent zu den versöhnlicheren Aussagen Kardinal Königs setzte. Auch wurde der Auftrag des Sekretariates von politischen und gesellschaftlichen Fragen deutlich abgegrenzt.
Dass König zugleich Erzbischof von Wien bleiben würde, schien auch anzubahnen, dass Verantwortung an der Kurie nicht gleichzeitig mit Residenzpflicht in Rom einhergehen müsse.
(emf; vgl. A 4,717-721)

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