Erziehung als Gesamtzusammenhang

Während in Schulen das Konzil thematisiert wurde (s. Konzilsblog 22. März 2015), thematisierte umgekehrt auch das Konzil die Schule. Genauer gesagt erfolgte, wie Rafael Frick mit Edgar Josef Korherr zusammenfasst, in der meist im Windschatten anderer Fragen erfolgten Vorbereitung der Erklärung Gravissimum educationis eine Ausweitung des Blicks von den Katholischen Schulen auf den «Gesamtzusammenhang» von «Erziehung» überhaupt.
Die grundsätzliche Zielrichtung eines entsprechenden Konzilsdokuments wurde 1964 gebilligt, im April 1965 erfolgten dann nicht weniger wichtige Feinarbeiten: zahlreiche Verbesserungsvorschläge wurden überprüft und eingearbeitet.
Nach Roman Siebenrock ergeben sich aus der Textgeschichte von Gravissimum educationis «drei interpretatorische Vorgaben»: erstens versucht die Konzilserklärung eine Art «Prinzipienlehre christlicher Erziehung» und verzichtet dabei auf eine detaillierte Regelung einzelner, i.d.R. höchst unterschiedlicher, Situationen; zweitens beurteilt die Erklärung die politischen und gesellschaftlichen Anstrengungen in Bildungsfragen positiv; drittens wird deshalb das «christliche Profil» der Erziehung nicht konfrontativ entwickelt.
(mq; für die Chronologie s. LThK.E II, 362; für die Zitate s. Rafael Frick, Grundlagen Katholischer Schule im 20. Jahrhundert. Eine Analyse weltkirchlicher Dokumente zu Pädagogik und Schule. Baltmannsweiler, 2006, 49; Roman Siebenrock, Theologischer Kommentar zur Erklärung über die Christliche Erziehung Gravissimum educationis, in: Herders Theologischer Kommentar zum Zweiten Vatikanischen Konzil, Band 3, Freiburg i.Br. 2005, 551-590, 563).

Konzilsblogteam

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