Jubiläum feiert in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts nicht nur das Konstanzer Konzil, sondern – bisher eher unbeachtet – auch das 5. Laterankonzil, das von 1512 bis 1517 tagte. Da sich Papst Julius II. einem Konzil zunächst verweigerte, sahen sich Kaiser Maximilian I. und der französische König Ludwig XII. dazu verpflichtet, ein Konzil einzuberufen. Dieses kam im Herbst 1511, wenngleich schwach besetzt (7 Kardinäle, 26 Bischöfe, 2 Äbte, grösstenteils aus Frankreich) in Pisa, später in Mailand, Asti und Lyon zusammen. Als Gegenreaktion berief nun doch auch Papst Julius II. ein Konzil ein, das ab Anfang 1512 im Lateran tagte. Nach dem Tod von Papst Julius II. wurde es von Leo X. weitergeführt.
Das 5. Laterankonzil wurde von beiden Konzilspäpste als Mittel genutzt, die Souveränität des Papsttums zu inszenieren. Dies war an der Raumgestaltung ebenso ablesbar wie an der Weise, wie unter Leo X. die Rekonziliation mit den Anhängern des Konzils von Pisa vollzogen wurde. Veröffentlicht wurden die Konzilsbeschlüsse anders als beim II. Vatikanischen Konzil (vgl. Konzilsblog vom 7.12.2013: http://www.kirchenblogs.ch/d/blogs/konzilsblog/m108475) nicht als Konzilsdekrete, sondern als päpstliche Bullen «sacro approbante concilio [unter Zustimmung des Konzils]».
(emf; vgl. Bernward Schmidt: Die Konzilien und der Papst: Von Pisa [1409] bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil [1962-65]. Freiburg i.Br.: Herder, 2013, 113-137)
Konzilsblogteam
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