Ein christologisches Konzil für die Welt

Was bedeutet Jesus Christus, dessen Auferstehung wir feiern, für die Welt? Nicht nur die altkirchlichen Konzilien, denen wir etwa das Nicäno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis der Liturgie verdanken, geben hierauf Antwort. Nach Marie-Dominique Chenu war das II. Vaticanum christologisch ebenso «dicht» wie die altkirchlichen Konzilien. In diesem Sinn wünscht der Konzilsblog allen Leserinnen und Lesern mit Gaudium et spes 22 Frohe und Gesegnete Ostern:
«Tatsächlich klärt sich nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf. (…) Christus, der neue Adam, macht eben in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschliesst ihm seine höchste Berufung. (…) Denn er, der Sohn Gottes, hat sich in seiner Menschwerdung gewissermassen mit jedem Menschen vereinigt. (…) Auch auf dem Christen liegen ganz gewiss die Notwendigkeit und auch Pflicht, gegen das Böse durch viele Anfechtungen hindurch anzukämpfen und auch den Tod zu ertragen; aber dem österlichen Geheimnis verbunden und dem Tod Christi gleichgestaltet, geht er, durch Hoffnung gestärkt, der Auferstehung entgegen. Das gilt nicht nur für die Christgläubigen, sondern für alle Menschen guten Willens, in deren Herzen die Gnade unsichtbar wirkt. Da nämlich Christus für alle gestorben ist und da es in Wahrheit nur eine letzte Berufung des Menschen gibt, die göttliche, müssen wir festhalten, dass der Heilige Geist allen die Möglichkeit anbietet, diesem österlichen Geheimnis in einer Gott bekannten Weise verbunden zu sein. Solcher Art und so gross ist das Geheimnis des Menschen, das durch die christliche Offenbarung den Glaubenden aufleuchtet. Durch Christus und in Christus also wird das Rätsel von Schmerz und Tod hell, das ausserhalb seines Evangeliums uns überwältigt. Christus ist auferstanden, hat durch seinen Tod den Tod vernichtet und uns das Leben geschenkt, auf dass wir, Söhne im Sohn, im Geist rufen: Abba, Vater!»
(mq; vgl. M.-D. Chenu, Die Aufgabe der Kirche in der Welt von heute, in: G. Baraúna (Hg.), Die Kirche in der Welt von heute. Untersuchungen und Kommentare zur Pastoralkonstitution «Gaudium et spes» des II. Vatikanischen Konzils, Salzburg 1967, 226–247, 244)

Konzilsblogteam

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