Die unter Schwierigkeiten entwickelte neue Missionstheologie des Konzils (siehe die Beiträge im Konzilsblog vom 29. März bis zum 2. April) spiegelte sich früh in den ökumenischen Gesprächen.
Anfang April 1965 traf sich bei Lausanne eine ökumenische Arbeitsgruppe zu einem Austausch über missionarische Kooperation. Eine solche Kooperation wurde unter anderem dadurch ermöglicht, dass Mission nicht länger als «kirchlicher Landgewinn», als territoriale Eroberung, verstanden wurde. Da es seit den 1950er Jahren auch im Bereich der nicht-katholischen Kirchen Entwicklungen zu einer theologischen und ekklesiologischen Neufassung des Missionsbegriffs gegeben hatte, die denen des Konzils nicht unähnlich waren, konnte man von einer gemeinsamen missionstheologischen Annäherung der Konfessionen sprechen. In der Folge war der Weg offen, Mission als ökumenische Verpflichtung zu sehen. Heute mögen manche Formulierungen durchaus problematisch erscheinen, aber vor 50 Jahren konnten sie als echte Fortschritte bezeichnet werden.
Die Arbeitsgruppe formulierte folgende Vorschläge:
«Unsere gegenseitigen Rivalitäten und Feindseligkeiten stellen zuweilen ein Hindernis dar, das vor Menschen aufgerichtet wird, die wir zu Christus bringen wollen (…) Es ist unabdingbar, dass solche Skandale soweit wie möglich aus er Welt geschafft werden müssen (…)
Wir müssen Informationskanäle schaffen, um uns gegenseitig über die Entwicklung von Kontakten auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene auszutauschen. (…)
Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die gemeinsame Planung eines christlichen Zeugnisses in den weltlichen Universitäten und Kollegien (…)
Wir glauben, dass es Situationen gibt, in denen die missionarische Arbeit in hohem Masse gemeinsam bedacht und geplant werden kann.» (A5, 879f)
(ab)
Konzilsblogteam
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