Was sagt Franz von Assisi unserer Zeit?

Drei franziskanische Impulse

Hermann Schalück: Den Gottesfaden erkennen. Die Ernte meines Lebens. Reihe Franziskanische Aspekt. Echter 2018. ISBN/GTIN978-3-429-04465-7. 88. S.; Fr. 13.90

Der Untertitel lässt eine Autobiographie erwarten – wobei dieses literarische Genre vielfach nur für jene interessant ist, die dem Dargestellten nahestehen. Anders das vorliegende Bändchen, verfasst von Hermann Schalück, der lange an der Spitze des weltweiten Ordens der Franziskaner und des deutschen Hilfswerk Missio stand. Dem geübten Autor geht es nicht darum, sich und sein Leben in den Mittelpunkt zu stellen. Vielmehr möchte er «eine Ahnung geben von Gottes Spuren in der Welt und im eigenen Leben». Dabei gelingt es ihm ausserordentlich gut, die franziskanische Spiritualität für die Gegenwart fruchtbar zu machen.

Walter Ludin

PS: Eine persönliche Bemerkung: Manche Jahre stand ich mit Bruder Hermann in schriftlichen Kontakt. Wir tauschten öfters Artikel aus für die von uns verantworteten Publikationen. Endlich kreuzten sich unsere Wege auf dem heiligen franziskanischen Berg Alverna. Als ich mich ihm vorgestellt hatte, umarmte er mich und rief begeistert: «Mein Gott Walter!» Der Provinzial der deutschen Kapuziner, der daneben stand, kommentierte trocken: «Hermann, jetzt hast du aber übertrieben …»


Udo Schmälzle: Wissen, Bildung und Schule neu denken. Zugänge zu einem franziskanischen Bildungskonzept. Reihe Franziskanische Akzente. echter 2018. ISBN/GTIN978-3-429-05324-6. 95 S. CHF 15.50

Der deutsche Franziskaner Udo Schmälze zeigt in einer leicht verständlichen Sprache, dass sich bei Franz von Assisi Impulse finden lassen für eine zeitgemässe Pädagogik. Der ehemalige Professor für Pastoraltheologie und Religionspädagogik stützt sich nicht nur auf Theorien. Als langjähriger Geschäftsführer des Franziskanergymnasiums Kreuzburg, Grosskrotzenburg, kann er auf reiche Erfahrungen zurückgreifen. Dort hat er in einem teilweise recht schwierigen Umfeld gearbeitet. So zitiert er in seinem Buch die Mutter eines Schülers: «Was die Kreuzburg meinem Sohn religiös beizubringen versucht, das treiben wir ihm daheim schnell wieder aus.»


BaldeggerJournal 34/2018: Vom Faulenzen. Kloster Baldegg, 6283 Baldegg. 041 914 18 00. info@klosterbaldegg.

WLu. Wer Baldegger Schwestern schon begegnet ist – in der Schweiz, in Tansania, Papua Neu-Guinea …– weiss, dass sie sehr aktive, fleissige Ordensfrauen sind. Umso mehr überrascht es, dass sie das neueste Heft ihres Journals dem Thema «Faulenzen» widmen. Prägnant schreib die Redaktorin Marie-Ruth Ziegler in ihrem Vorwort: «Das neue BaldeggerJournal ermutigt sie zum Faulenzen. Warum? Weil es gut tut.» So rufen die originell geschriebenen Artikel auf zum «Plegere», «Chillen», «die Seele baumeln Lassen».

Nun bleibt zu hoffen, dass die Abonnenten der Zeitschrift nicht zu faul zum Lesen sind. Sie würden etwas verpassen.

Das BaldeggerJournal ist auch im Internet zu lesen: www.klosterbaldegg.ch

 

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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