Herzblut in der Kommissionsarbeit

Nicht einfach scheint die persönliche Kommunikation unter den Mitgliedern der Kommission für die Religionsfreiheit gewesen zu sein. Bischof De Smedt gilt als Kämpfer für seinen eigenen ursprünglichen Text, der rasch und entschieden arbeitet und dabei auch über andere Positionen leicht hinwegfegt (vgl. Co 2,330.333.338). Murray schreibt Congar zufolge zu nüchtern und juridisch und betrachtet die Sache zu individualistisch (vgl. Co 2,338). Der katalanische Bischof Cantero ist mit einem eigenen Text gekommen und versucht diesen um jeden Preis in die Diskussion einzubringen – so ähnlich, wie dies Karol Wojtyła mit dem polnischen Text für Schema XIII getan habe (vgl. Co 2,338f).
Nach manchen kritischen Bemerkungen Congars auch gegen Bischof De Smedt rührt es an, wie er Anfang März eine Abschiedsszene beschreibt. Vor der Abreise Congars kommt De Smedt nochmals zu ihm. Congar hatte bereits am Vorabend den Eindruck, dass De Smedt durch die Kritik an Textstellen, die auf ihn zurückgingen, verletzt worden war. «Er ist gewiss sehr gefühlsbetont. Er hat nun einmal sein Herz in diesen Text gelegt, und vor allem in einige Passagen. Wenn man einen Text ‹objektiv› kritisiert, verletzt man bei seinem Autor lebendige Beziehungen, gefühlsmässige Verbindungen» (Co 2,344). Dies sei am Vorabend vor allem im Blick auf einen Paragrafen geschehen, der De Smedt sehr wichtig sei, über das Gebet als primärer Akt der Aufgabe der Kirche.
Im Verlauf der Sitzung, gegen Ende der Arbeiten, sinniert Congar: «Wir haben zweifellos zu wenig gebetet. Wir haben diese rechtliche und zivile Freiheit zu wenig in den Gang der Heilsgeschichte, wie Gott sie führt, eingebunden» (Co 2,340).
(emf)

Konzilsblogteam

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