Nach dem Ende der dritten Sitzungsperiode wurde eine Gemischte Kommission mit der weiteren Arbeit am Schema XIII beauftragt, aus dem schliesslich die Pastoralkonstitution Gaudium et spes hervorgehen sollte. Dies brachte die Bildung eines neuen Redaktionsteams mit sich, an dessen Spitze auf Anregung Bischof Guanos der Pariser Theologe und Soziologie Pierre Haubtmann stand.
Geboren 1912 in Saint-Etienne, sammelte Haubtmann umfassende Erfahrungen zunächst im Studium der Philosophie, Theologie und Soziologie, später etwa als aumônier national der Action Catholique Ouvrière oder als Direktor des Secrétariat national de l’Information religieuse. Seit 1961 wirkte er als Professor am Institut Catholique de Paris, das übrigens mit Rektor Émile Blanchet, dem früheren Bischof von Saint-Dié, mit einem eigenen Bischof auf dem Konzil vertreten war. Nach dem Konzil wurde Haubtmann Nachfolger Blanchets. 1971 verstarb er.
Der heutige Rektor des Institut Catholique de Paris, Philippe Bordeyne, charakterisierte seinen Vorgänger, dem er zahlreiche Untersuchungen widmete, als «Theologen der zeitgenössischen Beunruhigung». Jenseits aller historischen und systematischen Aspekte der Rolle Haubtmanns bei der Redaktion von Gaudium et spes – im Januar 1965 wurde fieberhaft an der Vorbereitung des wichtigen Arbeitstreffens in Ariccia Anfang Februar gearbeitet – ist damit ein wichtiger Horizont des II. Vaticanums insgesamt benannt.
(mq; vgl. A 4, 612ff.; PersLex 128; Philippe Bordeyne, Pierre Haubtmann au Concile Vatican II. Un historien et un théologien de l’inquiétude contemporaine. In: ETL 77 [2001], 356-383).
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