Nicht alltäglich war der Brief, den der Generalsekretär der Vereinten Nationen, U Thant, am 20. Januar 1965 an Papst Paul VI. sandte, und in dem er sein Interesse an einem Besuch des Papstes bei den Vereinten Nationen bekundete. Mit seiner Reise, die im Oktober stattfinden sollte, anerkannte der Papst seinerseits die Rolle der Vereinten Nationen. U.a. sprach Paul VI. während seiner Reise über den Frieden und über die gemeinsame Verantwortung aller Menschen für die Zivilisation (vgl. A 5, 456)
Paul VI. steht damit am Beginn einer Tradition der Zusammenarbeit der Kirche mit internationalen Organisationen, in die sich zuletzt Papst Franziskus einreihte, als er am 25. November 2014 in Strassburg das Europäische Parlament und den Europäischen Rat besuchte. Vor letzterem zitierte er einleitend seinen mittlerweile seliggesprochenen Vorgänger: dieser «erinnerte daran, ‹dass die Institutionen selbst, die in der Rechtsordnung und im internationalen Zusammenleben die Aufgabe und das Verdienst haben, den Frieden zu verkünden und zu erhalten, […] ihr providentielles Ziel [nur erreichen], wenn sie sich unablässig darum bemühen, wenn sie es verstehen, in jedem Augenblick den Frieden zu wecken, den Frieden herbeizuführen.›»
(mq; vgl. https://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2014/november/documents/papa-francesco_20141125_strasburgo-consiglio-europa.html)
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