Natürlich lese ich auch, was auf anderen Blogs läuft und diskutiert wird. Für mich ist es positiv zu werten (und auch im Sinne der kath.ch-Erfinder liegend), dass die verschiedenen Blogger und Bloggerinnen ganz eigene Wege beschreiten, sprich dass jede/r seine eigenen Themen und Präferenzen bearbeitet.
Nun gibt es aber ein ganz heisses Thema, zu dem sich fast jede/r christliche Theologe/in äussern kann, will und muss. Und jede Äusserung zu diesem Thema führt zu Reaktionen und zu Widerspruch. Dieser intellektuelle Konflikt ist etwa in der Redaktionskommission der SKZ zu greifen, oder eben hier in der Blogsphäre.
Der Schreibende hat im Rahmen seiner theologischen Ausbildung in alttestamentlicher Theologie abgeschlossen, hat Clemens Thoma und David Flusser hautnah erlebt, ist immer noch der Meinung, dass die Konversion des alten evangelischen Alttestamentlers Georg Fohrer zum Judentum eine gewisse Logik hatte, und ist darum ein knallharter Sympathisant des Staates Israel (nicht der jüdischen Orthodoxie, man verwechsle das bitte nicht!).
Ich halte fest:
- Seit dem Königtum Davids, also seit fast 3000 Jahren, ist dieser Boden zwischen Mittelmeerküste, Jordan, Karmel und Sinai «Eretz Israel», heiliges Land der ältesten der monotheistischen Religionen und des Volkes, das diese Religion lebt. Jerusalem ist seine Hauptstadt.
- Nebukadnezar und das römische Imperium haben dieses Land schon verwüstet, ein kleines Volk unterdrückt und vertrieben und seinen Boden mit Blut getränkt. Die Hamas, die Hisbollah, der Iran und die Islamisten in Deutschland, sie alle sind Nachfahren dieser Usurpatoren.
- Nach dem Holocaust, indirekter Schlusspunkt dieser grauenhaften Geschichte hatte das zivilisierteste aller nur mittelmässig zivilisierten Völker des Westens, das United Kingdom, die Einsicht und Gnade, endlich zurückzugeben, was zurückgegeben werden musste. (Allerdings verfuhr es dabei ähnlich unsensibel wie in anderen Regionen seines Imperiums.)
- Die Fatah (von den oben erwähnten Terror-Organisationen erwarte ich weder Einsicht noch politischen Willen) möge darum mit Grossbritannien hadern und verhandeln. Jedoch:
- Dieses Land gehörte und gehört Israel. Ich hoffe auf künftige israelische Regierungen, die im westlich-demokratischen Sinn Minderheiten und Minderheitenrechte respektieren. Solange aber Land und Volk so bedroht sind, verstehe ich, dass ihnen nicht danach der Sinn ist.
- Schalom wird erst möglich, wenn der hinterste und letzte Staat der Erde, auch der Iran, Israel als Staat (und Jerusalem als seine Hauptstadt) anerkennt.
Man(n) betrachte dies auch als meinen Beitrag zur SKZ 09/2018.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/14187-2/