Die Konzilsarbeit war immer auch eine Arbeit der Vermittlung, welche einen Geist des Respektes voreinander voraussetzt. Dies galt auch für die nachkonziliare Zeit. Deutlich wird dies in einer Sylvesterpredigt von Kardinal Julius Döpfner im Jahr 1975 mit Blick auf die zu Ende gegangene Würzburger Synode. Sie ist bis heute beherzigenswert.
«Wir wollen einander annehmen und ertragen. Das besagt, dass wir miteinander reden, hinhören, uns informieren lassen, die Motive und die letzte Einstellung des anderen zu verstehen suchen, uns sorgfältig vor Unterstellungen hüten, eigene Missgriffe eingestehen, immer wieder neu mit unserem und der anderen Versagen rechnen und zur Verzeihung bereit sind. Ganz wichtig ist es, dass wir die umfassende Gemeinschaft der Kirche gelten lassen, ja uns ausdrücklich und von innen heraus zu ihr bekennen und uns für sie in unserem Vorgehen verantwortlichen wissen».
(zitiert nach: Karl Lehmann: Brückenbauer in einer Zeit des Übergangs. Julius Kardinal Döpfner zum Gedenken. Würzburg: Echter, 2013, 50; emf)
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