Die Zeit des Konzils ist «der von Gott geschenkte Augenblick […], um in einem ökumenischen Geist von dem Volk zu sprechen, dem Christus seiner Menschheit nach entstammt». So formuliert Johannes M. Oesterreicher, einer der massgeblichen Wegbereiter zunächst der Erklärung über die Juden, dann der Erklärung Nostra aetate.
Oesterreicher, 1904 in Mähren geboren, war jüdischer Herkunft und setzte sich nach seiner Konversion zum Christentum zeitlebens für bessere Beziehungen zwischen Juden und Christen ein. An einer Zusammenkunft in Ariccia 1961 legte er als Konsultor des Einheitssekretariates, welches die Judenerklärung vorbereiten sollte, Gründe für ein solch historisches Dokument dar. Dabei wies er darauf hin, dass eine wirkliche Erkenntnis Jesu Christi und der Kirche nicht möglich sei «ohne eine Kenntnis von Gottes Handeln in den Tagen der Patriarchen und Propheten, ohne ein liebendes Wissen um die magnalia Dei, die Grosstaten Gottes (Ex 14,13)»
(emf; Zitate aus: Johannes Oesterreicher: Kommentierende Einleitung [zu NA]. In: LThK2 13 [1967] 406-487, 415f)
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