News aus Deutschland: «In der Bundestagsfraktion der SPD wird über ein mögliches Gesetz gesprochen, das die Verbrennung der israelischen Staatsflagge unter Strafe stellt. In den vergangenen Monaten wurden bei Demonstrationen leider immer wieder israelische Flaggen verbrannt.»
Hinter diesem Antrag steht die Annahme, dass das Verbrennen der Flagge des israelischen Staates ein antisemitischer Akt sei. Darin habe ich meine Zweifel. Und werde ausgerechnet von einem israelischen Schriftsteller bestätigt. David Ranan schrieb vor zwei Wochen im SPIEGEL:
«Wenn eine Million Dänen nach Argentinien kämen, um sich dort niederzulassen, würde bald eine antidänische Bewegung entstehen. Dann würden dort dänische Flaggen brennen.»
Und ich denke weiter: In den letzten Jahrzehnten hätten weltweit Millionen von Menschen unzählige Anlässe gehabt, gegen Schweizer Banken zu demonstrieren (Bankengeheimnis). Nehmen wir an, sie hätten dabei die Schweizer Fahne verbrannt; jene Flagge, auf der ein grosses Kreuz zu sehen ist, das «Logo» der Christen. Undenkbar, dass dann der Vorwurf «Zerstörung eines christlichen Symbols» aufgetreten wäre. Bei der Flagge von Israel aber ist alles anders…
Blick nach Israel/Palästina
Ein Kernproblem des Konflikts Israel/Palästina ist die ständige Enteignung von Land. Den Palästinensern wird buchstäblich der Boden unter den Füssen weggezogen. Dazu im Internet ein Kommentar tagesschau.de:
«Im Westjordanland regiert die Fatah, die ja Israel anerkannt hat. Trotzdem wird ihnen von Israel das Land weggenommen, um es jüdischen Siedlern zu geben.»
Und noch aus einem Hintergrundbericht von Christian Müller über den Krieg von 1967:
« …Die mit einem Präventivschlag und anschliessenden Bodenkämpfen eroberten und besetzten Gebiete waren damit nicht einfach in den Besitz Israels übergegangen. Bereits im Herbst des gleichen Jahres waren dieser Krieg und dessen Folgen auch in der UNO ein Thema. Der Sicherheitsrat erliess am 22. November die Resolution 242, mit der Israel aufgefordert wurde, das besetzte Gebiet den Bewohnern zurückzugeben und für einen Frieden zu sorgen.
Israel allerdings dachte nie und denkt bis heute nicht daran, das zu tun. Im Gegenteil. Bereits leben über 600’000 Israelis in Siedlungen, die in den besetzten Gebieten erstellt wurden, und täglich werden es mehr. Und gerade im letzten Frühling wieder hat Netanyahu den Bau einer völlig neuen Siedlung nördlich der Palästinenserstadt Ramallah angekündigt, obwohl er noch im Dezember 2016 vom UNO Sicherheitsrat – ohne ein Veto der USA! – dazu aufgefordert wurde, den Siedlungsbau endlich vollständig zu stoppen.»
Zum Thema Israel/Palästina auch ein langer Bericht von Arnold Hottinger, mit gegensätzlichen Kommentaren:
https://www.journal21.ch/die-israelische-und-die-palaestinensische-sicht
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/bemerkungen-zum-palaestinensisch-juedischen-konflikt/