Solidarität ist eines der Zeichen der Zeit, das den Ansatz der Pastoralkonstitution Gaudium et spes bestimmt. Die Solidarität, die sich menschheitlich zeigt, muss von der Kirche geteilt werden, und zwar nicht so, dass sie dafür erst Kontakte mit der Welt knüpft, sondern indem sie die Verbundenheit mit der Welt als gegeben aufnimmt. Denn sie hat «das Geheimnis der Solidarität» zu bezeugen, die von Gott her gestiftet ist.
Weihnachtlich führt es Paul-Werner Scheele in seinen Ausführungen zur dritten Konzilsperiode aus: «Gott selber hat sich mit der Menschheit solidarisch erklärt, als der göttliche Sohn Mensch geworden ist. Er hat in letzter gelebter und erlittener Solidarität das Menschenlos bis zum bitteren Tod auf sich genommen. Er will in bleibender Solidarität die Menschheit an seiner Auferstehung teilnehmen lassen. Zu diesem Zweck hat er seine Kirche gegründet. Sie soll wirksames Zeichen dieser Gemeinschaft sein. Deshalb ist sie in letzter Tiefe dem Gottmenschen verbunden und gleichzeitig jedem einzelnen Menschen dieser Erde».
Für die Konsequenzen weist Paul-Werner Scheele auf eine Konzilsrede von Bischof Pourchet von Saint-Flour hin. Dieser unterstreicht: «So erscheint die Kirche nicht wie eine Macht ausserhalb dieser Welt und ihr bisweilen entgegengesetzt, nicht sozusagen wie eine Barmherzige Schwester, die den Leiden dieser Welt zu Hilfe kommt und Medizin reicht, nicht wie eine Gouvernante, die einen von aussen her mit ihren Ratschlägen überschüttet».
(emf; Zitate aus Paul-Werner Scheele: Als Journalist beim Konzil. Erfahrungen und Erkenntnis in der 3. Session. Würzburg: Echter, 2010, 103f)
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