Rotzetter-Lesebuch – und: Kongo-Film

Anton Rotzetter: Leidenschaft für Franz von Assisi. Lesebuch herausgegeben von Adrian Holderegger. Aschendorff Münster 2018. ISBN 978-3-402-13312-5 . 458 S. CHF ca. 49.-

Der vor zwei Jahren plötzlich verstorbene Schweizer Kapuziner Anton Rotzetter hinterliess rund 90 Bücher und eine schier unübersehbare Anzahl von Artikeln. Sein Mitbruder Adrian Holderegger nahm die Herkules-Aufgabe auf sich, 50 Texte auszuwählen und zu einem Lesebuch zusammenzustellen.

Einige Schwerpunkte bilden die bleibende Aktualität des Franz von Assisi, die Theologie der Befreiung, die Auseinandersetzung mit dem Islam und der Tierschutz, dem Bruder Anton sich seit über 20 Jahren mit grosser Leidenschaft gewidmet hat. In jedem Thema gelang es dem Kapuziner, die franziskanische Spiritualität für heutige Probleme fruchtbar zu machen.

 


 

Alain Gomis: Félicité. Demokratische Republik Kongo 2017. 123 min, Originalsprache Lingala. Untertitel dt., frz. engl. CHF 19.–. Bestellen bei: trigon-film, Limmatauweg 9, 5408 Ennetbaden. Telefon 056 43012 30. info@trigon-film.org

Nicht viele Filmfreunde gehen ins Kino, um einen afrikanischen Film zu sehen. Dabei verpassen sie einiges. Dies zeigt «Félicité». Der Film hat an mehreren Festivals wichtige Preise gewonnen, z.B. den Silbernen Bären der Berlinale. Zudem wurde er für den Oscar nominiert.

Die (Liebes)Geschichte von «Félicité» hat als Schauplatz die Demokratischen Replik Kongo, ehemals Zaire. Er spielt in Kinshasa, der Hauptstadt des Landes, das zuerst von der belgischen Kolonialmacht ausgeplündert und dann vom Diktator Mobutu ruiniert wurde. Immer wieder ist in Aussenaufnahmen die Tristesse dieser Stadt schmerzlich spürbar.

Die Menschen können hier auch dank der afrikanischen Musik überleben. Dies zeigt sich schon in der ersten Sequenz, die in eine Bar zeigt, in der die alleinerziehende Mutter Félicité als Sängerin auftritt. Die sehr sympathische Power-Frau muss in ihrem Alltag um ihre Existenz kämpfen, vor allem nach dem Unfall ihres Sohnes. Dank der unglaublichen Präsenz der Hauptdarstellerin Véro Tshanda Beya wird der Film trotz aller Traurigkeit zu einem sinnlichen Vergnügen. Er gibt Einblick in den afrikanischen Alltag, der wie Teil eines fremden Kontinents erscheint und gleichzeitig wegen den menschlichen Gefühlen, Enttäuschungen und Hoffnungen uns sehr nahekommt.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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